Künstler SOZIAL KASSE

Was Sie wissen müssen

haben Sie schon von der Künstlersozialabgabe gehört? Obwohl das Sozialversicherungssystem schon kompliziert genug ist, gibt es für Künstler und Publizisten, egal ob sie in der Künstlersozialkasse sind oder nicht, eine gesonderte Regelung. Dieser Text soll Ihnen helfen, die Künstlersozialbgabe zu verstehen und zu entscheiden ob es Sie betrifft. Nehmen Sie sich deshalb mindestens die Zeit die ersten fünf Absätze zu lesen.

Im Jahre 1983 hat der Staat die Künstlersozialabgabe zum sozialen Schutz für selbstständige Künstler und Publizisten eingeführt und das ganze im Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) verankert. Dadurch zahlen Künstler und Publizisten, genau wie Arbeitnehmer, nur die Hälfte der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die andere Hälfte wird durch Zuschüsse des Staates und der Sozialabgabe der Unternehmen finanziert, die künstlerische und publizistische Leistungen in Anspruch nehmen und damit "Verwerter" sind.

Sind Sie ein „Verwerter“ im Sinne des KSVG?

Die Verwerter von künstlerischen und publizistischen Leistungen sind melde- und abgabeverpflichtet. Es gibt einen einheitlichen Abgabesatz für alle Sparten von Künstlern und Publizisten, der jedes Jahr zum 30.09. für das folgende Jahr festgesetzt wird. Für 2015 sind das 5,2 %. Ein „Verwerter“ im Sinne des KSVG nutzt die künstlerische oder publizistische Leistung auf öffentlichen Veranstaltungen mehr als gelegentlich, um Umsätze zu generieren, Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

Doch was heißt nun gelegentlich? Soweit es auf die Zahl der Veranstaltungen ankommt, hat das Gesetz eine eindeutige Grenze von nicht mehr als drei Veranstaltungen in einem Kalenderjahr gezogen, bis zu der keine Abgabepflicht eintritt. Werden mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt, müssen sämtliche Entgelte für alle Veranstaltungen an die KSK gemeldet werden. Bezieht sich die Auftragserteilung nicht auf Veranstaltungen, sondern auf andere Maßnahmen im Rahmen der Eigenwerbung oder der Umsatzgenerierung, reicht bereits eine einmal jährliche Auftragserteilung oder Nutzung aus.

Abgabepflichtig sind grundsätzlich nur öffentliche Veranstaltungen. Ob eine Betriebsfeier öffentlich ist, hängt von dem Teilnehmerkreis ab. Sind ausschließlich Betriebsangehörige, ggf. mit Ehegatten bzw. Partnern, eingeladen, ist von einer internen, d. h. nicht öffentlichen Veranstaltung, auszugehen. Richtet sich die Einladung auch an freie Mitarbeiter, Geschäftsfreunde, Personen des öffentlichen Lebens usw., handelt es sich um eine öffentliche Veranstaltung. Im letzteren Fall sind die an Künstler oder Publizisten gezahlten Entgelte der KSK zu melden.

Was "Verwerter" nun tun müssen

Wie melde ich nun an und wie mache ich meine Abgabe zur Künstlersozialversicherung? Für alle, die zum ersten Mal Kontakt mit der Künstlersozialabgabe haben, finden sie in der rechten Spalte ein Anmelde- und Erhebungsbogen, den sie ausgefüllt an die Künstlersozialkasse (KSK) schicken. Lassen Sie beim Ausfüllen die Abgabenummer weg, diese bekommen Sie erst von der KSK. Damit sind Sie in der KSK registriert und sollten rechtzeitig den jährlichen Meldebogen bekommen. Stichtag für die jährliche Abrechnung ist der 31.03., bis dahin müssen alle abgabepflichtigen Leistungen der KSK mitgeteilt werden. Zur Bemessungs- grundlage gehören alle Ausgaben, die zur Bereitstellung der künstlerischen oder publizistischen Leistung notwendig sind, wie Gagen, Auslagen und Materialkosten. Keine Abgabepflicht hat die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer, sowie Reise- und Bewirtungskosten. Ein Meldebogen, wie der in der rechten Spalte stehende für 2009, ist auch im Downloadbereich der KSK im Internet verfügbar. Nach der Meldung der Ausgaben für künstlerische und publizistische Ausgaben des Jahres erhalten Sie eine Abrechnung.

Was hat es mit der Vorauszahlungen auf sich? Aufgrund der im Vorjahr gemeldeten Bemessungsgrundlage kann eine monatliche Vorauszahlung für Unternehmen bestimmt werden, die hohe Ausgaben für künstlerische und publizistische Ausgaben haben. Hier wird einfach für den Zeitraum März des laufenden Jahres bis Februar des nächsten Jahres die Bemessungsgrundlage durch 12 geteilt und mit dem Künstlersozialabgabesatz multipliziert. (Beispiel: Euro 48.000,- gemeldet, macht pro Monat Euro 4.000,- und mit den 5,2 % multipliziert, ergibt eine monatliche Vorauszahlung von Euro 208,-.) Überzahlungen und Fehlbeträge werden dann mit der nächsten Abrechnung verrechnet. Wer es sich leicht machen möchte benutzt den Vordruck für das Bankeinzugsverfahren.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Homepage der Künstlersozialkasse. Fragen beantworten Ihnen die Mitarbeiter der KSK gerne auch am Telefon unter 0 44 21 - 97 34 05 15 00.

Homepage der Künstlersozialkasse

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